Serie A in Aufruhr: Schiedsrichter-Streitigkeiten und entscheidende Tabellenkämpfe
2026-04-14 · Serie A

Der letzte Spieltag der Serie A brachte entscheidende Spiele für die Champions-League-Plätze und den Abstiegskampf, begleitet von hitzigen Debatten über das Verhältnis zwischen Schiedsrichtern und VAR nach Kontroversen in Fiorentina-Lazio und Como-Inter. Der ehemalige Schiedsrichter Dino Tommasi verteidigt Fabbri und betont die Notwendigkeit, die Kommunikation und den Einsatz des VAR in der Liga zu verbessern.
Der 32. Spieltag der Serie A 2025/26 war nicht nur durch Spiele geprägt, die den Kampf um die Champions-League-Plätze und den Klassenerhalt befeuerten, sondern auch durch Schiedsrichter-Kontroversen, die unter Fans und Experten für Diskussionen sorgten. Besonders die VAR-Debatte rückte wieder in den Fokus, vor allem wegen des hitzigen Wortwechsels zwischen Schiedsrichter Fabbri und dem VAR-Raum in Lissone während des Spiels Fiorentina-Lazio – ein symbolträchtiger Vorfall, der das italienische Schiedsrichterwesen unter die Lupe nimmt.
Fiorentina-Lazio-Skandal: Verweigerter Elfmeter und VAR-Diskussion
Das Spiel zwischen Fiorentina und Lazio stand im Mittelpunkt der Debatten, nachdem ein Elfmeter für Lazio nach einem Kontakt zwischen Mandragora und Noslin nicht gegeben wurde. Fabbri rechtfertigte seine Entscheidung mit den Worten: „Er berührt ihn, aber es ist kein Foul, weil es kein Tritt auf den Fuß war. Er springt wie verrückt.“ Die VAR-Zentrale sah das anders: „Er tritt ihm auf den Fuß.“ Im Gespräch zwischen Schiedsrichter und VAR bestand Fabbri darauf, die Szene in Bewegung zu sehen, um die Intensität des Kontakts zu bewerten – blieb aber bei seiner Entscheidung. Der Elfmeter wurde nicht gegeben, und Noslin erhielt eine Gelbe Karte wegen Schwalbe. Dieser Vorfall entfachte eine hitzige Diskussion über die Konsistenz von Schiedsrichterentscheidungen und die Kommunikation zwischen Unparteiischen und VAR.
Dino Tommasis Analyse: Verteidigung Fabbris und Kritik am AVAR
Dino Tommasi, Mitglied der CAN (Schiedsrichter-Kommission), kommentierte den Vorfall bei Open Var und lobte Fabbris Entschlossenheit: „Fabbri war sehr resolut und gut. Er bestätigte seine Entscheidung auf dem Platz und war gut positioniert. Auch die Verwarnung für übertriebene Reaktion war korrekt.“ Allerdings kritisierte Tommasi den AVAR (VAR-Assistent), der „keinen Raum für eine VAR-Analyse lässt, die eigentlich dazu da ist, zweifelhafte Situationen zu klären“. Er betonte, dass die Entscheidung beim Schiedsrichter liegen muss, während der VAR nur unterstützend wirken soll, und erinnerte die Spieler daran, Kontakte nicht zu übertreiben: „Noslins Reaktion war im Vergleich zum minimalen Kontakt übertrieben.“
Fall Como-Inter: Umstrittener Elfmeter und Auswirkungen auf die Tabelle
In Como endete das Spiel mit 4:3 für Inter, doch auch hier sorgte eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung für Aufsehen: Ein Elfmeter für einen Kontakt zwischen Bonny und Nico Paz. Der VAR konzentrierte sich nur auf den Kontaktpunkt, ohne die Art des Fouls zu berücksichtigen. Tommasi kommentierte: „Der Fehler des VAR war, sich auf den Kontaktpunkt zu fixieren, statt die Kameraperspektiven zu wechseln, um zu sehen, dass Bonny nur den Schuss blockierte. Man hätte Massa zur Feldüberprüfung (OFR)* rufen müssen. Das ist ein klarer und offensichtlicher Fehler – es gab kein Foul.“* Mit diesem Vorfall steigt die Zahl der gegen Inter anerkannten Schiedsrichterfehler in dieser Saison auf 4 – gleichauf mit Genoa, hinter Juventus (5), laut den von Ex-Schiedsrichter Calvarese aktualisierten Daten.
Nicht geahndete Handspiele: Buongiorno und Gatti unter der Lupe
Weitere wichtige Entscheidungen betrafen nicht geahndete Handspiele am Wochenende. Im Spiel Parma-Napoli gab es keinen Elfmeter, obwohl der Ball Buongiornos Arm traf. Schiedsrichter und VAR waren sich einig: „Spinazzola schießt den Ball, und die Berührung war unfreiwillig – nie zu bestrafen.“ Sie beriefen sich auf die internationalen Regeln, die nur Arme als relevant betrachten, die den Raum deutlich vergrößern oder sich zum Ball bewegen. Eine ähnliche Situation gab es bei Atalanta-Juventus, wo Gatti nicht bestraft wurde, da seine Hand korrekt am Körper anlag, ohne Bewegung zum Ball.
Wichtige Ergebnisse und aktuelle Tabelle
Auf dem Platz setzte sich die Juventus mit 1:0 in Bergamo gegen Atalanta durch – dank eines Treffers von Boga in der zweiten Halbzeit. Der AC Milan erlitt dagegen eine herbe 0:3-Heimniederlage gegen Udinese, was die Titelambitionen erschwert. Torino gewann 2:1 gegen Verona in einem entscheidenden Abstiegskampf, während Cagliari Cremonese mit 1:0 besiegte. Bereits am Wochenende hatte die Roma Pisa mit 3:0 geschlagen. Morgen sind Inter und Napoli gegen Parma bzw. Como an der Reihe – entscheidende Spiele im Kampf um die Meisterschaft.
Fazit
Diese Serie-A-Woche zeigte, wie umkämpft die Liga nicht nur auf, sondern auch abseits des Platzes ist – insbesondere in der heiklen Beziehung zwischen Schiedsrichtern und VAR. Der Fiorentina-Lazio-Vorfall entfachte eine Debatte über Konsistenz und Schiedsrichter-Kommunikation, die Experten wie Dino Tommasi zufolge noch verbessert werden muss, um Gerechtigkeit und Transparenz zu gewährleisten. Da die Saison in ihre entscheidende Phase eintritt, werden diese Themen zentral sein, um das competitive Gleichgewicht des Turniers zu wahren.