Serie A in Aufruhr: Rom im Rampenlicht, Lazio im Europarennen und Spannungen um Marktregeln
2026-01-21 · Serie A
Die Serie A wird durch eine mögliche Ligenerweiterung mit einem römischen Team, das entscheidende Duell Lazio-Como um Europa, die Erfolge von Rom und Mailand sowie hitzige Diskussionen über Finanzregeln, die den Transfermarkt von Napoli blockieren, belebt.
Die Serie A durchlebt eine besonders ereignisreiche Phase mit sportlichen und institutionellen Entwicklungen, die ihr Gesicht in den kommenden Jahren verändern könnten. Auf institutioneller Ebene gewinnt die Idee eines Abstiegsstoppes für die laufende Saison an Fahrt, um ein neues römisches Team in die höchste Spielklasse aufzunehmen und die Liga auf 18 Mannschaften zu erweitern. Wie Stefano Olivari im Corriere della Sera berichtet, « wird auch die Möglichkeit eines Abstiegsstoppes diskutiert, um der FIP die Schaffung eines römischen Serie-A-Teams zu ermöglichen – mit einer Erweiterung auf 18 Vereine ». Dieser Schritt wäre eng mit dem ehrgeizigen NBA-Europe-Projekt verknüpft, das Rom ab 2027/28 als eine der Schlüsselfiguren sieht. FIP-Präsident Gianni Petrucci betonte die Bedeutung dieser Initiative: « NBA Europe sprengt uns förmlich die Hände, und viele Unternehmer haben uns kontaktiert... es wird nicht nur eine sportliche, sondern auch eine wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung geben ».
Auf dem Platz bietet die Serie A weiterhin Spektakel und entscheidende Duelle im Kampf um die europäischen Startplätze. Vor dem 21. Spieltag treffen Lazio Rom und Como in einem direkten Duell im Olympiastadion aufeinander – ein Match mit dem Beigeschmack eines « letzten Zuges » für die Biancocelesti. Comos Trainer Cesc Fàbregas äußerte sich zuversichtlich: « Wir müssen die aktuelle Frustration in Energie umwandeln. Ich muss der Mannschaft Gelassenheit vermitteln, wir müssen unseren Fußball weiter spielen. Diese Jungs sind mein Vitamin. » Die Stakes sind hoch: Ein Sieg der Lazio könnte eine konkrete Rückkehr in die europäische Zone bedeuten und die bis dahin schwache Rückrunde beleben.
Am selben Spieltag sicherte sich die AS Rom einen wichtigen 2:0-Auswärtssieg in Turin gegen den FC Turin – mit Toren von Malen und Dybala –, der den Giallorossi ermöglichte, den vierten Tabellenplatz zu erreichen und Juventus zu überholen. Auch der AC Mailand gewann knapp mit 1:0 gegen Lecce und bleibt damit im Titelrennen mit Inter Mailand. Unterdessen widmete die Fiorentina ihren 2:1-Sieg gegen Bologna ihrem kürzlich verstorbenen Präsidenten Rocco Commisso und unterstrich so den emotionalen Wert des Spiels.
Doch die finanziellen Spannungen in der Serie A bleiben bestehen. Napoli, unter der Leitung von Antonio Conte, sieht sich aufgrund der Nichteinhaltung der 0,8-Grenze des erweiterten Arbeitskostenindikators – der die Personalkosten an die Vereinseinnahmen koppelt – auf dem Transfermarkt blockiert. Antonio De Laurentiis stellte sich offen gegen diese Regeln und verwies auf die beträchtlichen Liquiditätsreserven des Vereins « in dreistelliger Millionenhöhe », die ohne Dividendenausschüttung angehäuft wurden. Bei der letzten Ligaversammlung, auf der ein Beschluss zur Freigabe dieser Reserven zur Marktentblockung abgestimmt wurde, traten tiefe Gräben zutage: « Mailand stimmte dagegen, Juventus, Inter und Rom enthielten sich. » Zwei Schlüsselpersonen, Giorgio Chiellini und Beppe Marotta, blieben besonders kritisch und äußerten tiefe Unzufriedenheit – sowohl inhaltlich als auch formal –, da die Entscheidung die Glaubwürdigkeit des Systems untergraben könnte.
Diese Entwicklungen unterstreichen eine Serie A im Aufruhr, in der sportliche Ambitionen mit komplexen wirtschaftlichen Governance-Strukturen und neuen Expansionsstrategien – wie dem Rom-Projekt und NBA Europe – verwoben sind. Die Liga steht nun vor der Herausforderung, diese Elemente in Einklang zu bringen und von Vereinen, Funktionären und Verbänden ein Gleichgewicht zwischen Innovation, Regeln und Wettbewerbsfähigkeit zu fordern.