Richardson hätte für Foul an Tiago Santos Gelb sehen müssen, sagt Schiedsrichterleitung
2026-10-13 · Ligue 1

Laut Frankreichs Schiedsrichterleitung verdiente Le Havres Amir Richardson Gelb, aber nicht zwingend Rot für die Grätsche, die Lilles Außenverteidiger das Kreuzband kostete.
Die französische Schiedsrichterleitung hat am Dienstag eingeräumt, dass Le Havres Mittelfeldspieler Amir Richardson für die Grätsche gegen Lilles Außenverteidiger Tiago Santos die Gelbe Karte hätte sehen müssen. Santos erlitt dabei einen Riss des vorderen Kreuzbands im rechten Knie. Eine Rote Karte sei aber nicht zwingend gewesen.
Der 24-Jährige wurde am Samstag beim 1:0-Sieg des LOSC gegen Le Havre in der 17. Minute auf einer Trage vom Platz gebracht. Schiedsrichter Bastien Dechepy und der VAR griffen nicht ein. Für den Portugiesen ist es der zweite Kreuzbandriss binnen zwei Jahren: Der erste, im linken Knie im Oktober 2024, setzte ihn fast ein Jahr außer Gefecht.
Lille kritisierte am Montag, es sei „keine Sanktion ausgesprochen worden, nicht einmal eine Verwarnung“, schaltete den Verband FFF und die Liga LFP ein und behielt sich rechtliche Schritte vor.
In ihrer Analyse des 6. Spieltags gab die Schiedsrichterleitung zu, dass „eine Verwarnung gerechtfertigt gewesen wäre“, betonte aber: „So bedauerlich sie ist, die aus dem Kontakt resultierende Verletzung allein kann die Art der Disziplinarstrafe nicht bestimmen.“ Richardson sei „ohne übermäßige Geschwindigkeit oder Brutalität“ eingestiegen: rücksichtslos im Sinne von Regel 12, aber kein grobes Foulspiel.
Le Havre, Tabellenletzter und weiter ohne Sieg, sicherte Santos seine Unterstützung zu, stellte aber Lilles Vorstoß für eine nachträgliche Sperre infrage, die „nicht in den geltenden Regelrahmen fallen würde“. Richardson, von der Fiorentina ausgeliehen, schrieb an Santos: „Werd schnell wieder gesund, mein Bruder!“