Bundesliga-Update: Bayerns Rekordserie, Burkardts Verletzungssorgen und Turbulenzen abseits des Platzes
2025-11-27 · Bundesliga

Der FC Bayern München strebt an, seine Rekordführung in der Bundesliga trotz eines Rückschlags in der Champions League auszubauen, während Eintracht Frankfurt um den verletzten Jonathan Burkardt bangt. Abseits des Platzes stoppen Fanproteste Investorenpläne im deutschen Fußball, und eine spannende Champions-League-Geschichte dreht sich um Ademola Lookmans Rückkehr gegen Frankfurt.
Der FC Bayern München dominiert weiterhin die Bundesliga trotz jüngster Rückschläge und hält aktuell mit 44 aufeinanderfolgenden Spieltagen an der Tabellenspitze einen neuen Rekord – damit überbietet der Club die eigene Bestmarke aus dem Jahr 1973. Die Saison begann mit beispiellosem Tempo: 10 Siege, ein Unentschieden und eine beeindruckende Tordifferenz von +33 nach 11 Spieltagen. Doch der bayerische Rekordmeister erlitt am Mittwoch die erste Saisonniederlage, als er im Champions-League-Spiel bei Arsenal mit 1:3 unterging. Fehler von Manuel Neuer und Dayot Upamecano trugen zur Niederlage bei, dennoch wird der FCB am Wochenende gegen den Aufsteiger FC St. Pauli seine Bundesliga-Dominanz unter Beweis stellen wollen.
Alexander Blessin, Trainer des FC St. Pauli, bleibt vor dem Samstagsspiel optimistisch: „Vielleicht ist die Champions League nach dem Arsenal-Spiel noch in ihren Köpfen, oder sie unterschätzen uns ein wenig. Wir müssen einfach so lange wie möglich ohne Gegentor bleiben und dann das Spiel zu unseren Gunsten drehen. Das ist die Aufgabe.“ Unterdessen liegt RB Leipzig mit sechs Punkten Rückstand auf Platz zwei, während Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund mit starken Champions-League-Leistungen in ihr entscheidendes Bundesliga-Duell starten. Leverkusen besiegte Manchester City überraschend mit 2:0, Dortmund demontierte Villarreal mit 4:0 – beide Teams wollen sich als Hauptkonkurrenten des FC Bayern etablieren.
Am Freitag gastiert Leipzig bei Borussia Mönchengladbach, das unter dem neuen Cheftrainer Eugen Polanski eine Wiedergeburt erlebt und in allen Wettbewerben vier Siege feiern konnte. Eintracht Frankfurt empfängt am Sonntag Wolfsburg und will eine besorgniserregende Schwächephase stoppen – nach der Champions-League-Niederlage gegen Atalanta und internen Turbulenzen beim VfL Wolfsburg, wo Trainer und Sportdirektor entlassen wurden. Die Frankfurter stehen an einem entscheidenden Punkt und hoffen, in Bundesliga und Europa wieder Tritt zu fassen.
Bei Eintracht Frankfurt gibt es zudem düstere Befürchtungen um Stürmerstar Jonathan Burkardt, der sich im jüngsten Champions-League-Spiel gegen Atalanta eine Wadenverletzung zuzog und ausgewechselt werden musste. Trainer Dino Toppmöller bestätigte, dass Burkardt sofort ein MRT erhalten werde; Vereinsinsider fürchten eine schwere Verletzung, die ihn langfristig ausfallen lassen könnte. Burkardt, in dieser Saison mit acht Bundesliga-Toren (drei Doppelpacks) eine Schlüsselfigur, ist für Frankfurts Offensive unverzichtbar und liegt in der Torschützenliste hinter Bayerns Harry Kane (11 Tore) auf Platz zwei. Sein möglicher Ausfall wäre ein herber Schlag für die Frankfurter Ambitionen.
Eine besondere Brisanz erhält Frankfurts Champions-League-Partie durch die Rückkehr von Ademola Lookman, der auf seinen ehemaligen Bundesliga-Gegner trifft. Nach einem sensationellen Hattrick im Europa-League-Finale 2024 für Atalanta und einer turbulenten Phase mit Konflikten mit Trainer Ivan Juric kehrt Lookman nach Frankfurt zurück, um seine Geschichte neu zu schreiben. Trotz Schwierigkeiten in Deutschland (drei Niederlagen mit RB Leipzig gegen Frankfurt) war seine Form in Italien herausragend. Der 27-jährige Flügelspieler will sich in der Commerzbank-Arena beweisen – einem Ort, an dem er bisher noch nicht glänzte. Die Begegnung verspricht Drama, sowohl auf als auch neben dem Platz.
Abseits des Rasens befindet sich der deutsche Fußball im Umbruch, nachdem Pläne für private Investoren in Bundesliga und 2. Bundesliga gescheitert sind. Das DFL-Präsidium unter Hans-Joachim Watzke kündigte an, die Vorschläge nach massiven Fanprotesten und Vorbehalten der Vereine vorerst ad acta zu legen. Die Abstimmung im Dezember war zwar knapp positiv ausgegangen, doch Kontroversen über das Abstimmungsverfahren und die befürchtete Aushöhlung der 50+1-Regel (Mehrheitseigentum der Vereine durch Mitglieder) schürten den Widerstand. Fans organisierten koordinierte Proteste, darunter 12-minütige Schweigeminuten und Spielunterbrechungen, und zeigten damit ihren vehementen Widerstand gegen erweiterte Überwachung, personalisierte Tickets und andere von der Regierung vorgeschlagene Sicherheitsmaßnahmen.
Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen unterstützte die Bedenken der Fans, während sich mehrere Vereine – darunter Stuttgart und Freiburg – öffentlich gegen die geplanten Sicherheitsrichtlinien aussprachen. Die Gegenwehr unterstreicht das leidenschaftliche Engagement deutscher Fans in der Vereinsführung und -kultur und zeigt die einzigartige Spannung zwischen Modernisierungsbestrebungen und Fußballtradition. Während sich die Bundesliga auf die kommenden Wochen vorbereitet, prägt die Mischung aus hart umkämpften Spielen und abseits des Platzes geführten Debatten weiterhin die deutsche Fußballlandschaft im Jahr 2025.