Bundesliga-Rundblick: Dortmunds starke Antwort, Hoffenheims Champions-League-Kurs und Mainz’ kämpferische Wende
2026-01-24 · Bundesliga

Borussia Dortmund festigt mit einem 3:0-Sieg bei Union Berlin den zweiten Tabellenplatz trotz anhaltendem Rückstand auf Bayern München. Die TSG Hoffenheim setzt ihre beeindruckende Saison fort und befindet sich auf Champions-League-Kurs, während der 1. FSV Mainz 05 nach Rückstand gegen Wolfsburg mit Charakterstärke zurückkommt und wichtige Punkte im Abstiegskampf holt. Der deutsche Profi-Fußball gedenkt zudem der Opfer des Nationalsozialismus.
In der jüngsten Bundesliga-Runde hat Borussia Dortmund eine kraftvolle Antwort auf ihre Champions-League-Niederlage bei Tottenham geliefert. Beim 3:0-Erfolg in der eisigen Alten Försterei gegen den 1. FC Union Berlin zeigte der BVB eine geschlossene Teamleistung. Der Innenverteidiger Nico Schlotterbeck, von den Fans zum Mann des Spiels gekürt, überzeugte nicht nur defensiv, sondern traf auch zum 2:0 und setzte damit einen entscheidenden Akzent. Der erste Treffer resultierte aus einem souverän verwandelten Elfmeter von Emre Can, während Maximilian Beier den Schlusspunkt setzte.
BVB-Trainer Niko Kovač lobte die kämpferische Einstellung seiner Mannschaft: « Das war eine tolle Reaktion auf den Dienstag. Von der ersten bis zur letzten Minute haben wir Paroli geboten. » Trotz des Sieges beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Bayern München weiterhin acht Punkte, was den möglichen Titelkampf derzeit fraglich erscheinen lässt. Schlotterbeck selbst äußerte sich zur Zukunft: « Ich habe für mich persönlich eine Deadline gesetzt. Wann die ist, nenne ich aber nicht. Definitiv aber vor Sommer. Ich fühle mich wohl hier. Es wird keine leichte Entscheidung. » Die deutliche Antwort der Mannschaft belegt jedoch die Stabilität in Dortmunds Kader.
Die TSG Hoffenheim schreitet derweil mit großen Schritten Richtung Champions League. Mit einem überzeugenden 3:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt haben die Kraichgauer ihren dritten Sieg in Folge im Kalenderjahr 2026 eingefahren. Dieses Momentum bringt sie in eine Position, die zweitbeste Bundesliga-Saison ihrer Geschichte zu spielen. Christian Ilzer, der seit dieser Spielzeit das Team trainiert, hat sowohl die Offensive als auch die Defensive stark stabilisiert. In den letzten zehn Spielen kassierte Hoffenheim nur neun Gegentore und stellte damit die viertbeste Defensive der Liga. Wouter Burger, zum zentralen Mittelfeldmotor avanciert, trug maßgeblich zu diesem Erfolg bei.
Ilzer zeigte sich nach dem Spiel begeistert: « Hier gewinnen nicht viele Mannschaften. Ab dem Rückstand haben wir ein tolles Spiel gezeigt – und konnten in der zweiten Hälfte nochmal richtig zulegen, sind wir ins Rollen gekommen. Es ist eine Riesenfreude. » Mit dem Nachholspiel gegen Werder Bremen in der Hinterhand könnte Hoffenheim die 19-Spiele-Marke erreichen, die sie noch näher an die Rekordpunktezahl aus der Vorsaison bringt. Auch Stürmerstar Andrej Kramarić träumt offen von der Champions League: « Unser Ziel muss die Champions League sein. Ich habe keine Angst, so etwas zu sagen. »
Auf der anderen Seite des Tabellenkellers zeigte der 1. FSV Mainz 05 am Sonntag eine beeindruckende Charakterleistung. Trotz eines 0:1-Rückstands zur Halbzeit gegen den VfL Wolfsburg, nachdem sie viele Chancen in der ersten Halbzeit vergeben hatten, kämpften sich die Mainzer zurück. Der eingewechselte Phillip Tietz glich zunächst aus, bevor Stefan Bell und Nadiem Amiri den Sieg mit dem 2:1 und 3:1 sicherten. Trainer Urs Fischer lobte den Teamgeist und die Moral: « Ich finde, das zeigt den Charakter der Mannschaft, dass du dann trotzdem aus der Kabine rausgehst und drei Tore schießt. » Der Sieg katapultiert Mainz vorerst auf den Relegationsplatz und gibt Hoffnung im Abstiegskampf.
Neben den sportlichen Ereignissen hat die Bundesliga in dieser Woche auch dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus Raum gegeben. Anlässlich des 27. Januars, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, beteiligten sich Vereine und Verbände an den vielfältigen Aktionen der Initiative « !Nie Wieder ». Die Erinnerung an die Verfolgten, Deportierten und Ermordeten und die Mahnung zur Verteidigung demokratischer Werte stehen dabei im Fokus. « Nie wieder » betonte die Bedeutung, sich aktiv gegen Antisemitismus und für gesellschaftliche Solidarität einzusetzen – ein unmissverständliches Bekenntnis des deutschen Fußballs zur historischen Verantwortung.