Bundesliga im Fokus: Dortmunds Flügelduo, Leverkusens Aufschwung und Torwart-Duell vor der WM
2025-10-10 · Bundesliga

Borussia Dortmund profitiert von Yan Couto und Daniel Svensson als verlässliche Außenverteidiger, während Bayer Leverkusen unter Kasper Hjulmand an Fahrt gewinnt. Gleichzeitig sorgt der Kampf um die Torhüterpositionen in der DFB-Elf vor den WM-Qualifikationsspielen für Spannung.
Borussia Dortmund hat sich in dieser Saison nicht nur defensiv stabilisiert, sondern mit Yan Couto und Daniel Svensson auch eine neue, starke Flügelzange gefunden. Der Brasilianer Couto, der zuvor meist als Joker eingesetzt wurde, ist auf dem besten Weg, Stammspieler zu werden. Mit 13 Startelfeinsätzen – sechs davon in dieser Saison – zeigt er sich laufstark mit bereits vier Torschüssen und einer Vorlage. Ein frühes Verletzungsproblem im DFB-Pokal blieb glücklicherweise ohne Langzeitfolgen.
Der Schwede Daniel Svensson ist trotz seines erst im Februar begonnenen Engagements bei Dortmund längst nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken. Mit 75 zurückgelegten Kilometern und 546 intensiven Läufen führt er die Bundesliga-Laufstatistik seit Saisonbeginn an. „Daniel ist ein unglaublicher Spieler mit unglaublichen Kapazitäten, dem es nichts ausmacht, alle drei Tage 13 Kilometer zu laufen“, lobte Trainer Niko Kovač seinen Außenverteidiger und verglich ihn mit Joshua Kimmich. Die Defensive des BVB wirkt unter Kovač insgesamt sehr gefestigt – mit nur vier Gegentoren nach mehreren Spieltagen.
Unter Niko Kovač hat sich Borussia Dortmund mit einem Punkteschnitt von 2,1 nicht nur auf den zweiten Tabellenplatz vorgearbeitet, sondern ist mit einer 14 Spiele andauernden Bundesliga-Serie ohne Niederlage auch das zweitstärkste Team hinter dem FC Bayern München. Besonders auffällig ist Kovačs taktische Umstellung auf eine Dreierkette, die die Abwehr deutlich stabilisierte. Nach einem holprigen Saisonstart steuert der BVB nun selbstbewusst auf das prestigeträchtige Topspiel beim FC Bayern zu, das richtungsweisend für die Meisterschaft sein könnte.
Auch Bayer 04 Leverkusen zeigt unter dem neuen Trainer Kasper Hjulmand einen bemerkenswerten Aufschwung. Nach einem frühen Trainerwechsel im September bleibt die „Werkself“ in sechs Pflichtspielen ungeschlagen – eine Serie, die es in ähnlicher Form zuletzt vor elf Jahren unter Roger Schmidt gab. Mit zehn Punkten aus vier Bundesligapartien belegt Leverkusen aktuell den fünften Tabellenplatz. Hjulmand hat seinen ballbesitzorientierten Fußball und das hohe Pressing erfolgreich etabliert. Ein Höhepunkt war das Spiel gegen Union Berlin mit 21 Torschüssen, was einen neuen Saisonrekord markierte.
Hjulmands Einfluss zeigt sich nicht nur in der Moral der Mannschaft, sondern auch in der gelungenen Integration der Neuzugänge, die im letzten Spiel alle drei Treffer beisteuerten. Gleichzeitig finden erfahrene Spieler zu alter Stärke zurück, was Leverkusen im Hinblick auf ehrgeizige nationale und internationale Ziele optimistisch stimmt. Das nächste Bundesliga-Spiel führt Hjulmand an eine bekannte Wirkungsstätte zurück – ein hochspannendes Duell für den Dänen.
Parallel zum Ligabetrieb läuft in der DFB-Elf der Kampf um die Torhüterpositionen auf Hochtouren, besonders vor den entscheidenden WM-Qualifikationsspielen. Oliver Baumann, die langjährige Nummer eins, überzeugt zwar mit Erfahrung und spektakulären Paraden, zeigte zuletzt jedoch eine durchwachsene Form mit nur zehn Prozent Großchancenabwehrquote zu Saisonbeginn. Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte auf Baumanns mögliche Ausfälle mit der Nominierung von Noah Atubolu, einem aufstrebenden Talent des SC Freiburg, das in dieser Saison mit starken Reflexen – darunter ein gehaltenes Elfmetertor – überzeugte.
Alexander Nübel vom VfB Stuttgart präsentiert sich stabil und verbessert kontinuierlich seine Fähigkeiten in der Raumdeckungsarbeit und im Spielaufbau. Mit einer Abwehrquote von rund 73 Prozent aller Torschüsse und einer Passgenauigkeit von über 80 Prozent hat er sich als verlässlicher Rückhalt etabliert und wartet noch auf den großen WM-Durchbruch. Auch Finn Dahmen vom FC Augsburg zeigt mit seinem Stellungsspiel und seiner Explosivität eine bemerkenswerte Entwicklung und konkurriert derzeit um den dritten Torhüterplatz.
Die bevorstehende Länderspielpause und die WM-Qualifikationsspiele gegen Luxemburg und Nordirland werden zeigen, wie sich die Torhüterrollen in der DFB-Elf weiterentwickeln. Fest steht: Der Wettbewerb um das Torwarttrikot ist hart umkämpft und stellt den Bundestrainer vor eine schwierige Entscheidung.
Insgesamt zeigt die Bundesliga trotz einzelner Umbrüche und Herausforderungen eine dynamische Entwicklung: Während sich Dortmund unter Kovač als Spitzenkonkurrent etabliert hat, nutzt Leverkusen unter Hjulmand die Chance zum Aufschwung. Gleichzeitig wächst bei Fans und Spielern die Vorfreude auf die WM, während sich der Kampf um die Plätze in der Nationalmannschaft zuspitzt. Es bleibt spannend, wie sich die Saison und die DFB-Planung weiter gestalten werden.